SORALUCE FS 8000

Modernisierung einer SORALUCE FS 8000

Fabrikat: SORALUCE
Typ: FS 8000
Baujahr: 1998 / 2016
Steuerung: HEIDENHAIN iTNC 530

 

Maschine vor dem Retrofit

Maschine nach dem Retrofit

Mechanische Modernisierung

Die Modernisierung dieser SORALUCE FS 8000 zählt zu den umfangreichsten Retrofit-Projekten, die in unserem Haus durchgeführt wurden. Über nahezu alle Baugruppen hinweg wurde die Maschine mechanisch, elektrisch und steuerungstechnisch vollständig überarbeitet und macht dieses Projekt zu einem echten 100 %-Retrofit. Ziel des Projekts war es, die bewährte Grundmaschine technisch auf den aktuellen Stand zu bringen und ihre Präzision, Zuverlässigkeit sowie Leistungsfähigkeit für viele weitere Einsatzjahre sicherzustellen.

Zu Beginn der Arbeiten wurde die Maschine vollständig demontiert und sämtliche Baugruppen gründlich gereinigt. Anschließend erfolgte die Überprüfung aller mechanischen Komponenten auf Verschleiß und Funktion. Defekte oder verschlissene Bauteile wurden konsequent ersetzt oder instand gesetzt, bevor mit dem Wiederaufbau begonnen wurde.

Ein Schwerpunkt der mechanischen Modernisierung lag auf der vollständigen Überarbeitung der Achssysteme. Um die ursprüngliche Maschinengeometrie wiederherzustellen und eine dauerhaft hohe Positioniergenauigkeit zu gewährleisten, wurden zahlreiche zentrale Baugruppen erneuert oder überarbeitet.

Werkzeugmagazin vorher

Im Rahmen der mechanischen Modernisierung wurden unter anderem folgende Arbeiten durchgeführt:

  • Neue Führungsleisten und Rollenumlaufschuhe für die X-Achse
  • Erneuerung der Gleitbahnbeläge
  • Neue Linearführungen für die Y- und Z-Achse
  • Neue Kugelgewindetriebe inklusive Lagerungen für die Y- und Z-Achse
  • Neulagerung der Antriebswelle und Einbau einer neuen Drehdurchführung
  • Überholung des Gewichtsausgleichs einschließlich Austausch wichtiger Verschleißteile wie Flyerkette und Kopfstück
  • Umfassende Überarbeitung des Rundtisches
  • Instandsetzung von Werkzeugmagazin und Werkzeugwechsler
  • Überprüfung und Instandsetzung der Hydraulikanlage
  • Einbau neuer Schutzabdeckungen für sämtliche Achsführungen
  • Installation einer neuen Bandfilteranlage für die Kühlmittelversorgung
  • Komplette Neulackierung mit hochwertigem 2-Komponenten-Strukturlack in RAL 7035 (Lichtgrau) und RAL 5010 (Enzianblau)

Werkzeugmagazin nachher

Überarbeitung des Fräskopfes

Besondere Aufmerksamkeit galt auch dem Fräskopf der Maschine:
Dieser wurde vollständig demontiert und bis in seine Einzelkomponenten zerlegt. Im Zuge der Überarbeitung erhielt der Fräskopf eine neue Lagerung, neue Kegelradsätze sowie sämtliche Dichtungen. Zusätzlich wurde der Werkzeugkonus nachgeschliffen, um wieder eine präzise Werkzeugaufnahme und höchste Bearbeitungsqualität sicherzustellen. Auch die Antriebswelle wurde neu gelagert und eine neue Drehdurchführung installiert. Nach dem Wiederaufbau und der präzisen Einstellung des Fräskopfes stand wieder eine leistungsfähige und hochpräzise Spindeleinheit zur Verfügung.

SORALUCE_FS-8000_Fräskopf-vor-Überholung

Fräskopf vor der Aufbereitung

SORALUCE_FS-8000_Fräskopf-zerlegt

Zerlegter Fräskopf

SORALUCE_FS-8000_Kugellager-Fräskopf

Kugellager aus dem Fräskopf

SORALUCE_FS-8000_Fräskopf-nach-Überholung

Fräskopf nach Aufbereitung

Steuerungsretrofit

Neben der mechanischen Überarbeitung stellte insbesondere das Steuerungsretrofit den größten Projektumfang dar. Die bestehende Steuerung wurde durch eine moderne HEIDENHAIN iTNC 530 HSCI mit neuem Bedienpult und elektronischem Handrad ersetzt. Gleichzeitig wurde die komplette elektrische Ausrüstung der Maschine erneuert.

Die elektrische Modernisierung umfasste unter anderem:

  • Neubau des kompletten Schaltschranks
  • Installation neuer Achsantriebe
  • Neuer Hauptspindelantrieb
  • Austausch der kompletten Maschinenverkabelung
  • Neue Energieführungsketten
  • Reinigung und Überprüfung der Messsysteme
  • Installation der neuen HEIDENHAIN iTNC 530 HSCI mit Bedienpult und elektronischem Handrad

Mit dem Austausch der Komponenten war das Projekt jedoch noch nicht abgeschlossen. Das Steuerungsretrofit erforderte eine vollständige SPS-technische Wiederinbetriebnahme der Maschine. Sämtliche Achsen, Antriebe und Maschinenfunktionen mussten neu parametriert, programmiert und aufeinander abgestimmt werden. Alle mechanischen Endlagen wurden neu eingelernt, Referenzpunkte eingerichtet und sämtliche Sicherheits- sowie Maschinenfunktionen umfangreich getestet.

Wiederinbetriebnahme

Allein die Wiederinbetriebnahme nahm rund fünf Wochen in Anspruch und erforderte höchste Präzision sowie umfangreiche Abstimmungsarbeiten zwischen Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik.

Zu den wesentlichen Arbeiten während der Inbetriebnahme gehörten:

  • Präzises Ausrichten der kompletten Maschinengeometrie
  • Einstellen der Führungsleisten hinsichtlich Flucht und Ebenheit
  • Vermessen und Einrichten der Messsysteme
  • Parametrierung aller Achsen und Antriebe
  • Inbetriebnahme von Hydraulik-, Kühlmittel- und Werkzeugwechselsystem
  • Geometrische Vermessung von Maschinenbett, Fräskopf und Rundtisch
  • Laservermessung und Kalibrierung aller Achsen
  • Umfangreiche Funktions- und Belastungstests bis zur Produktionsfreigabe

Alte Steuerung

SORALUCE_FS-8000_neue-Steuerung_HEIDENHAINiTNC530

Neue Steuerung
HEIDENHAIN iTNC 530

Erst nach Abschluss dieser Arbeiten konnte die Maschine ihre geforderte Präzision wieder erreichen. Die exakte Abstimmung sämtlicher Baugruppen und die sorgfältige geometrische Vermessung bilden die Grundlage für eine dauerhaft hohe Bearbeitungsgenauigkeit und Prozesssicherheit.

Nach Abschluss aller Arbeiten präsentierte sich die SORALUCE FS 8000 sowohl technisch als auch optisch in einem nahezu neuwertigen Zustand. Durch die umfassende mechanische Überholung, das vollständige Steuerungsretrofit und die präzise Wiederinbetriebnahme entstand aus einer über 25 Jahre alten Werkzeugmaschine wieder ein leistungsfähiges Bearbeitungszentrum auf aktuellem technischem Stand – bereit für viele weitere Jahre im produktiven Einsatz.

Remontage Maschinenständer

Neuer Schaltschrank

Neulackierung Bedienerstand

Neue Kühlmittelanlage

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